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Ich weiß, wie scheiße alles manchmal sein kann. Wie Aussichtslos alles manchmal sein kann. Wie sehr man sich darin vertiefen will und es einfach akzeptieren will, dass alles scheiße läuft und nichts funktioniert.
Das man nichts fertig bringt, einen das Pech verfolgt und aufgeben am leichtesten erscheint.

All das habe ich die letzten Jahre hundertfach durch gemacht. Einige Male habe ich akzeptiert, dass ich "krank" bin und es deswegen nicht funktioniert. Tausend Mal habe ich meine Depressionen vor geschoben und gesagt, dass es einfach nicht klappen wird.
Das ich nicht bereit dazu bin, dass ich zu "krank" bin und dass das nun ab sofort mein Leben sein wird. Eine Niederlage folgt der nächsten, eine Absage und ein Aufgeben aneinandergereiht.

Ich weiß, wie unendlich schwer einige Situationen erscheinen und wie unendlich unfair alles erscheint.
Das andere es doch leichter haben, als man selbst. Das man sich tausend Mal mehr anstrengen muss, um das gleiche Ziel zu erreichen.
Und es ist nicht gelogen. Einigen fällt es wirklich leichter. Manche erreichen ihr Ziel in Rekordzeit und haben auf dem Weg zur Ziellinie keinen einzigen Stein vor sich liegen, während andere einen Berg nach dem Anderen überwinden müssen. Egal wie kraftlos man ist, wie sehr man in den Tälern liegen bleiben möchte. Sich nicht mehr rühren möchte und einfach nur alles über sich ergehen lassen will - akzeptieren will, dass man ein Versager ist. Das man es niemals schaffen wird. Das die Zeit gegen einen sprintet, während man selbst nicht mal laufen sondern nur kriechen kann.

Es ist aber niemals ein Wettrennen. Und es gibt immer eine Lösung und einen Weg, sein Ziel zu erreichen. Und wenn man bis dahin seine Zeit vergeudet, herauszufinden was dieses Ziel überhaupt ist - ist es niemals verschenkt. Man findet sich selbst, man lernt sich kennen. Man kann im Anschluss behaupten zu wissen, was man will und dies zielstrebig nachgehen. Man muss dafür kämpfen, geduldig sein und die Gewissheit, es zu schaffen, nicht verlieren.

Tausendmal regt man sich über all die verschenkten Möglichkeiten auf. Hundert Mal sagt man sich "Ja, eigentlich wäre ich ja jetzt...".
Eigentlich läuft das Leben auch anders. Eigentlich funktioniert man auch besser. Eigentlich fallen einem die Dinge auch leichter und eigentlich erreicht man alles auch ohne Zweifel und Schwierigkeiten.

Eigentlich trifft aber eben nicht auf jeden zu.
Und wenn das Ziel erst mit 45 erreicht wird. Wenn die ersten grauen Haare kommen und man noch immer nicht durch die Ziellinie gerannt ist. Es wird immer unfair bleiben, man wird immer kämpfen müssen und eine Niederlage nach der Nächsten akzeptieren müssen.

Denn eigentlich läuft das Leben doch viel leichter.

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